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Nein, die Rede ist hier nicht von normaler Kuh-Milch, sondern von einer Innovation auf dem Modemarkt. QMilch ist eine Milchfaser, die für die Produktion von Kleidung genutzt und bereits jetzt als neuer ökologischer Superstoff gehandelt wird. Die Erfinderin und Mikrobiologin Anke Domaske benötigt für die Herstellung gerade mal zwei Liter Wasser. Zum Vergleich: Für die Produktion eines Baumwoll-Shirts werden um die 4100 Liter verbraucht.

Die Herstellung

In Zusammenarbeit mit dem Bremer Faserinstitut entwickelte die Erfinderin und Modedesignerin ein Verfahren, das die Milchfasern umweltschonend und ohne Chemie herstellen kann. Als Basis werden dafür technisches Kasein und Pulver-Milcheiweis verwendet. Somit müssen darüber hinaus keine Lebensmittel für die Produktion in Anspruch genommen werden.

Derzeit gilt es pro Stunde etwa zwei Kilo der besagten Milchfasern zu produzieren. Das Kasein-Milcheiweiß-Gemisch wird dabei erhitzt und durch eine Art Fleischwolf unter Druck in Fäden gezogen. Die Faser wird anschließend in Spinnmaschinen zu Garn verarbeitet.
In Verbindung mit Viskose-Jersey und Elastan sollen sich nach Angaben der Designerin 30 Prozent Milchfasern in den Kleidungsstücken befinden.

Der Stoff

Die Faser von QMilch ist antiallergen und macht die Haut, nach Angaben Domaskes, zart und geschmeidig. Mit ihrem Modelabel stellt sie sich den namhaften Marken, wie C&A oder H&M, die einen Teil ihrer Produktionen bereits auf Biobaumwolle umstellten.

Das Zauberwort Fairwear und Greenwear wird immer lauter und bewusster von einer großen Käuferschicht wahrgenommen. Die Endverbraucher warten auf innovative Ideen, die eine nachhaltige Entwicklung und umweltfreundliche Produktion garantieren können. QMilch entspricht somit genau dem Zeitgeist. Besonders durch Faserknappheit auf dem Weltmarkt werden Milchfasern eine immer größere und ökologisch wertvolle Alternative für die Warenproduktion.